"Das Beste ist, dass man Jungs verprügeln darf"Nina Bergner ist ein Energiebündel. Mit ihrem Trainer Stergi Sarantoudis bereitet sie sich in Niedernhall auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft vor. Ein Bericht von Anja Graf in der Hohenloher Tageszeitung vom 12.04.2007.
Im Trainingsraum des Nahkampfzentrums Niedernhall herrscht höchste Konzentration. Etwa 20 junge Karatekämpfer schauen Trainer Stergi Sarantoudis zu, wie er eine neue Schlagübung vorstellt. Schnell soll sie sein und zielgerichtet. Doch wer meint, es gehe nur ums Draufschlagen, irrt. Vielmehr ist beim Karate vor allem Konzentration gefragt sowie die Fähigkeit, die Handlungen des Gegners schnell zu erkennen und ihnen auszuweichen.
Um Ausweichen und Abwehrtechnik geht es bei den „Kata-Übungen“. Auch die Geschwister Nina und Julian Bergner, zehn und zwölf Jahre alt, versuchen gerade eine Einheit umzusetzen. Dass das sehr professionell aussieht, kommt nicht von ungefähr: beide sind Mitglieder der Jugendnationalmannschaft, die Sarantoudis trainiert. Etwa achtmal im Jahr reisen sie zu Qualifikationsturnieren, um Punkte für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu sammeln. Dazukommen zahlreiche internationale Turniere, wie die „Irish Open“ Anfang März. Doch ob national oder international – erfolgreich sind die Niedernhaller Nachwuchskämpfer so gut wie immer.„Ich habe bereits 14 Pokale sowie 4 Medaillen gewonnen“, berichtet Julian Bergner stolz. Seit sechs Jahren ist er im Karateverein. Was ihm an diesem Sport am besten gefalle? „Das Kämpfen an Turnieren, vor allem natürlich, wenn man gewinnt“, entgegnet er schmunzelnd.
Seine Schwester Nina ist anderer Meinung: „Für mich ist das beste, dass man Jungs verprügeln darf.“. Kaum vorstellbar, dass hinter der zierlichen Karatekämpferin so ein Energiebündel steckt. Und doch ist das Mädchen, welches erst seit zwei Jahren im Karateverein ist, ebenso wie ihr Bruder ein Ausnahmetalent. Bei den Turnieren, wo Nina zwei Minuten lang gegen andere Mädchen antritt, kann sie durch ihre Konzentration und Schnelligkeit den Kampf meist für sich entscheiden. Ob man den da keine Angst habe, schmerzvoll getroffen zu werden? „Nein, eigentlich nicht, man muss eben schnell genug ausweichen. Und wenn einen doch einmal Kicke treffen ist das auch nicht so schlimm“, erzählt die Kämpferin. Und Pläne für die Zukunft hat Nina auch. Da muss sie nicht lange überlegen: „Ich will Weltmeister werden.“
Das scheint gar nicht so unrealistisch zu sein: Bei einem Qualifikationsturnier, welches vorangehendes Wochenende in Öhringen statt fand, belegte das Mädchen in ihrer Gewichtsklasse souverän den ersten Platz. Auch ihr Bruder legte den Grundstein für eine WM-Teilnahme mit zwei ersten Plätzen in den Gewichtsklassen 40 beziehungsweise 45 Kilogramm. Wenn das Geschwisterpaar zusammen mit der Jugendnationalmannschaft weiterhin so erfolgreich ist, wird Niedernhall vermutlich bald um einige Weltmeister reicher sein.
(Bericht in der Hohenloher Tageszeitung vom 12.04.2007: Von Anja Graf)



Nahkampfzentrum Niedernhall
Ziegelweg 3
+49 (0)7940 - 55007
+49 (0)7940 - 5460525
info@nahkampfzentrum.de
